IUF Logo          Internationale Wettbewerbsregeln, Internet-Ausgabe 1998

 
  1  Allgemeine Regeln und Definitionen
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Übersicht

1.1 Dies sind die offiziellen Regeln
1.2 Optionen des Veranstalters
1.3 Bekanntmachung
1.4 Veröffentlichung von Regeln
1.5 Begriffe und Bezeichnungen
1.6 Aufbewahrung von Niederschriften
1.7 Anmeldeformulare
SPORTANLAGEN FÜR RENNEN
1.9 Die Strecke
1.10 Wetter
ANLAGEN FÜR HALLENVERANSTALTUNGEN
1.11 Fahrfläche
1.12 Material und Ausrüstung
1.13 Ausbildung der Helfer
1.14 Rennen
1.15 Kunstfahren
1.16 Persönliche Verpflichtungen
1.17 Regelkenntisse
1.18 Ein Privileg
1.19 Definitionen

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 Dieses Regelwerk soll allen Einradwettbewerben des Internationalen Einradverbandes (International Unicycling Federation) als Grundlage dienen. Bei allen anderen Wettbewerben kann es als Leitfaden benutzt werden. Es ist aufgegliedert drei Hauptteile: Allgemeine Regeln (General Rules), Regeln für Rennen (Racing Rules), Regeln für das Kunstfahren (Artistic Rules). Grafiken und Formulare zu diesem Regelwerk werden getrennt herausgegeben. Die IUF hält auch die offiziellen Regeln für Einrad-Basketball, Einradhockey und andere Sportarten bereit.

1.1 DIES SIND DIE OFFIZIELLEN IUF-REGELN:     Übersicht
Bei allen IUF-UNICONs (Internationale Einradtreffen) gelten allein diese Regeln. Weitere Regeln dürfen hinzugefügt werden, um besonderen Gegebenheiten gerecht zu werden, aber sie dürfen die IUF-Regeln nicht ohne vorherige Zustimmung des IUF-Vorstands (IUF Board of Directors) übergehen. Alle zusätzlichen Regeln müssen bereits einige Zeit vor einem internationalen Wettbewerb veröffentlicht werden, nach Möglichkeit schon auf dem Anmeldebogen.
 Nationale oder örtliche Einradorganisationen können ihre eigenen Regeln haben und die IUF-Regeln ganz oder teilweise übernehmen. Bei nationalen oder örtlichen Wettbewerben gelten die Regeln dieser Verbände.

1.1.1 Aktualisierung dieses Regelbuches
Das UIF Regelbuch soll nach jeder UNICON aktualisiert werden. Die IUF Regelbuch Vorsitzenden sollen das Komitee leiten, aber sie können wahlweise ein Unterkommitee benennen. Der abgehende Hauptschiedsrichter könnte, aber muß nicht, die vorsitzende Person sein. Der Gastgeber der nächsten UNICON ist in das Komitee mit einbezogen. Unsere offiziellen Schiedsrichter wären hervorragende Kommiteemitglieder.

 Das Komitee wird offiziel am Ende der Unicon mit den Treffen beginnen, obwohl der Vorsitzende schon eher eröffnen kann, um die Chance zu nutzen, soviele Leute persönlich anwesend zu haben. Das Komitee sollte seine Arbeit beendet und seine speziellen Vorschläge innerhalb von drei (3) Monaten nach Beendigung der UNICON gemacht haben. Wenn sie mehr Zeit brauchen können sie den IUF Präsidenten um eine Verlängerung bitten. Das bedeutet, daß dies die einzige Zeit ist, indem Änderungen im Regelbuch vorgenommen werden können, obwohl Ausnahmen in außergewöhnlichen Fällen möglich sind. Der IUF Präsident ist dafür verantwortlich sicher zustellen, daß sich das IUF Regelbuchkommitee nach dem vorgesehenen Zeitplan richtet.

1.2 OPTIONEN DES VERANSTALTERS:     Übersicht
Es ist dem Veranstalter freigestellt, Disziplinen, Altersklassen und Variationen hinzuzufügen, die hier nicht aufgeführt sind, solange diese den bestehenden Regeln der IUF nicht zuwiderlaufen. Wenn hier Zweifel bestehen, muß das IUF Regelkomitee (IUF Rules Committee) zu Rate gezogen werden.
 

1.2.1 Zusammenlegung von Altersgruppen 
Der Gastgeber der Veranstaltung hat die Möglichkeit Altersgruppen zusammen zu legen. Das bedeutet, daß ausgeschriebene Altersgruppen nicht garantiert werden können das kann auf einer Basis pro Disziplin erfolgen. Rennen werden als eine Disziplin betrachtet und alle Standardrennen sollten die gleiche Alterseinteilung haben. Der Gastgeber muß die Art der Zusammenlegung von Altersgruppen, für die sie sich entschieden haben, wenn sie welche haben, bekannt geben und genau beschreiben, so weit im voraus der Veranstaltung als möglich. Wenn zusammengelegt wird, werden Fahrer/innen die 18 Jahre und jünger sind, in die nächst höhere Gruppe eingestuft. Fahrer/innen über 18 würden in die nächst jüngere Gruppe abgestuft. Wenn mehrere aufeinanderfolgende Altersgruppen zusammenfallen, könnte es zu gewaltigen Altersunterschieden kommen, die gegeneinander antreten müssen. Dieses Problem sollte in die Überlegungen einbezogen werden
 Beispiel für eine Zusammenlegungsstrategie: Bei Altersgruppen mit weniger als fünf Fahrer/innen, wird der Gastgeber diese Fahrer/innen mit der nächsten, naheliegensten Altersgruppe zusammenlegen.

1.3 BEKANNTMACHUNG:     Übersicht
Die Daten einer bevorstehenden Veranstaltung müssen den IUF-Amtsträgern und der Fachpresse (und allen anderen interessierten Medien) so früh wie möglich vorliegen. Für UNICONs sollte bis zum 15. Januar des jeweiligen Jahres ein Anmeldeformular vorliegen. Eine Aufstellung aller geplanten Disziplinen, einschließlich aller zur erfolgreichen Vorbereitung notwendigen Regeln, muß vorab herausgegeben werden.

1.4 VERÖFFENTLICHUNG VON REGELN:     Übersicht
Für jede Veranstaltung sind möglicherweise Ergänzungen zu dem vorliegenden Regelwerk unerläßlich, um etwa zu besonderen Rennen, zusätzlichen Disziplinen, zusätzlichen Altersklassen, etc. die notwendigen Informationen zu liefern. Diese Informationen sollten zusammen mit dem Anmeldebogen herausgegeben werden.

1.5 BEGRIFFE UND BEZEICHNUNGEN:     Übersicht
Für Bekanntgaben und Veröffentlichungen aller Art dürfen nur die richtigen Begriffe und Bezeichnungen für unseren Sport und die Disziplinen verwendet werden. "UNICON" ist ein genereller Begriff für "Einradtreffen" (von engl.: "unicycling convention") und steht für unsere Weltmeisterschaften; es ist aber kein passender Begriff für die allgemeine Öffentlichkeit. Eine Veranstaltung kann durchaus eine lange, umfassende und informative Bezeichnung tragen. Zum Beispiel hieß das III. UNICON: "Das zehnte alljährliche gesamtjapanische Einradtreffen und die erfrischenden dritten Welttitelkämpfe im Einradfahren, Tokio". Das Wort "erfrischend" stand für einen Getränkehersteller, der die Veranstaltung finanziell unterstützt hatte. Begriffe und Bezeichnungen für die Wettkämpfe müssen genau beibehalten werden, um bei den Veranstaltungen Mißverständnisse in bezug auf die ausgeschriebenen Disziplinen auszuschließen. Die Disziplinen im Bereich des Kunstfahrens (Artistic) sind das Individual Freestyle, Pairs Freestyle, Group Freestyle und Standard Skill. Es sollten grundsätzlich nur diese Bezeichnungen gebraucht werden.

1.6 AUFBEWAHRUNG VON NIEDERSCHRIFTEN:     Übersicht
Am Ende eines UNICONs oder eines anderen internationalen Wettbewerbs oder während des darauffolgenden Monats muß der Veranstalter der IUF oder einem ernannten Vertreter eine Ergebnisliste der Veranstaltung zukommen lassen. Diese Liste enthält die Zahl der registrierten Sportler, die Ergebnisse und Zeiten aller Rennen, alle Ergebnisse im Kunstfahren, die Punktzahlen aller Starter im Standard-Kunstfahren und die Endergebnisse in allen Mannschaftsdisziplinen wie Hockey und Basketball. Bis zu einem Jahr nach der Veranstaltung müssen ferner Kopien von Wertungsbögen, Protesten und ähnlichen Papieren auf Anfrage zur Verfügung stehen. Falls der Veranstalter diese Dokumente abgeben möchte, sollten sie der IUF (oder einem ernannten Repräsentanten) zugesandt werden; auf keinen Fall aber dürfen sie einfach weggeworfen werden. Der Veranstalter beachte, daß jede einzelne Einradveranstaltung ein Stück Geschichte ist, und daß man aus den Ergebnissen einer Veranstaltung viel lernen kann.

1.7 ANMELDEFORMULARE:     Übersicht
Bei Expert- und möglicherweise Junior-Expert-Kategorien für einige Disziplinen des Kunstfahrens sowie bei separaten Expert-Läufen für bestimmte Rennen dürfen die Teilnehmer in verschiedenen Disziplinen in unterschiedlichen Kategorien antreten. Ein klar gegliederter Anmeldebogen ist unerläßlich, um diese Wahlmöglichkeiten deutlich zu machen. Zum Beispiel kann ein Sportler im Zweier Freestyle-Kunstfahren zusammen mit einem älteren Sportler in der Expert-Kategorie starten, könnte aber auch im Einer Kunstfahren in seiner Altersklasse teilnehmen wollen. Vor der Veröffentlichung sollten die Anmeldebögen für UNICONs von einem Mitglied des IUF-Regelkomitees (IUF Rules Committee) oder des IUF-Vorstands (IUF Board of Directors) überprüft und gebilligt werden. Teilnahmeberechtigt ist ein Sportler erst dann, wenn er seinen Anmeldebogen vollständig ausgefüllt hat, einschließlich der Unterschrift unter der Verzichtserklärung. Minderjährige werden nur dann zum Wettbewerb zugelassen, wenn ein Erziehungsberechtigter seine Verzichtserklärung unterschrieben hat.
ft vergeben werden. Es sollte den gesamten Zeitplan für alle Wettbewerbe, Orientierungs- und Stadtpläne, den Weg zu allen Wettkampfstätten und möglichst viele Regeln und Hintergrundinformationen enthalten. Ein solches Programmheft ist auch ein hervorragendes Mittel, interessierte Zuschauer mit unserem Sport vertrauter zu machen. Örtliche Firmen und Sponsoren können gegen eine Gebühr in dem Programmheft inserieren. Der Erlös kann dann zur Deckung der Kosten für die Veranstaltung herangezogen werden.

SPORTANLAGEN FÜR RENNEN:

1.9 DIE STRECKE:     Übersicht
Für die Durchführung der Bahn-Rennen wird eine Strecke benötigt. Sie muß metrisch markiert sein und sollte bereits vor dem Wettbewerb mit den zusätzlichen Start- und Ziellinien für bestimmte Disziplinen des Einradrennens versehen werden (zum Beispiel 50-, 30-, 10- und 5-Meter-Linien). Es muß eine Person anwesend sein, die mit allen örtlichen Bahnmarkierungen vertraut ist. Neben der Strecke muß zusätzlich eine ebene Fläche von ausreichender Größe zur Austragung des offiziellen IUF-Slalomparcours (Obstacle Course) und eventuell des Langsamfahrens (Slow Races) vorhanden sein. Eine Lautsprecheranlage muß zur Verfügung stehen, um Rennen anzukündigen und um die Sieger bekanntzugeben. Ein Megaphon ist zu diesem Zweck in der Regel nicht ausreichend.

1.10 WETTER:     Übersicht
Liegen die Anlagen im Freien, müssen auch widrige Witterungsverhältnisse bedacht werden. Dieses Problem kann mit einer überdachten Bahn beseitigt werden. Die Anlagen müssen für mehrere Tage verfügbar sein, um die Rennen bei schlechtem Wetter verschieben zu können.

ANLAGEN FÜR HALLENVERANSTALTUNGEN:

1.11 FAHRFLÄCHEN FÜR DAS KUNSTFAHREN:     Übersicht
Üblicherweise werden die Wettbewerbe im Kunstfahren in einer Sporthalle ausgetragen. Sie können auch in einer Konzerthalle, etc. stattfinden, wenn die Bühne groß genug ist. Sollte man sich hierfür entscheiden, muß zusätzlich eine Sporthalle für das Training, und wegen des höheren Platzbedarfs möglicherweise auch für die Mannschaftswettbewerbe verfügbar sein. Die Sporthalle, die für den Wettbewerb benutzt werden soll, sollte genügend Platz für zwei Einer- bzw. Zweier-Fahrflächen nebeneinander bieten. Außerdem muß genug Platz für Kampfrichter und Zuschauer vorhanden sein. Für die Zuschauer müssen Sitzplätze zur Verfügung stehen und für die Sportler eine Trainingsfläche. Im günstigsten Fall befindet sich diese Trainingsfläche in einer separaten Halle. Sie darf jedoch nicht im Freien liegen. Würde es regnen, hätten die Sportler keine Gelegenheit zum Aufwärmen und zum Austausch neuer Übungen. Falls nötig, kann die Trainingsfläche auch hinter einem Vorhang oder hinter der Tribüne in der Wettkampfhalle eingeplant werden. Wegen der unvermeidbaren Ablenkung durch die Trainierenden ist jedoch keine dieser beiden Lösungen wünschenswert.
 Der Hallenboden muß mit den Begrenzungslinien aller Fahrflächen markiert sein. Schwarze Reifen, Metallpedale, Hockeyschläger mit hölzerner Kelle, etc. dürfen in manchen Hallen möglicherweise nicht benutzt werden. Hierüber müssen die Teilnehmer bereits vorab informiert sein. Alle Wettkampf- und Trainingsflächen müssen gut ausgeleuchtet und vor Witterungseinflüssen geschützt sein.
 Eine hochwertige Lautsprecheranlage muß unbedingt vorhanden sein sowohl für Ansagen als auch für die Begleitmusik. Ein Kassettenrekorder und ein Ersatzgerät im Falle eines Defekts müssen bereitstehen.

1.12 MATERIAL & AUSRÜSTUNG:     Übersicht
Der Veranstalter muß Materialien und Ausrüstung für einen reibungslosen Ablauf der Wettbewerbe bereitstellen. Dies umfaßt insbesondere Stoppuhren, Startpfosten, und Kegel für den Slalomparcours (Obstacle Course) sowie genügend Papier und Schreibgeräte, Tische für die Kampfrichter, Basketbälle, Hockeyschläger, etc.

1.13 AUSBILDUNG DER HELFER:     Übersicht
Gemäß den Regeln kann kein Wettbewerb ablaufen, ohne daß alle notwendigen Helfer zuvor ausgebildet worden sind und ihre Aufgaben verstanden haben. Für die Rennen muß der Schiedsrichter (Referee) dafür sorgen, daß dies geschieht. Im Bereich des Kunstfahrens ist der Obmann (Chief Judge) hierfür zuständig. Es müssen genügend Kopien der Regeln vor Ort für die Helfer zur Einsicht vorhanden sein. Eine Prüfung kann aus einem einfachen, mündlichen Quiz bestehen oder was auch immer dem Schiedsrichter (Referee) oder dem Obmann (Chief Judge) als geeignet erscheint. Für bestimmte Wettbewerbe des Kunstfahrens ist zumindest ein bestimmes Maß an Erfahrung erforderlich. Siehe Abschnitt 5.6.

VERPFLICHTUNGEN FÜR DIE TEILNEHMER:

1.14 RENNEN:     Übersicht
Die Sportler müssen Einräder entsprechend den Bestimmungen für Renneinräder benutzen. Sie müssen Knieschutz, Handschuhe und Schuhe entsprechend den Definitionen und bei bestimmten Rennen zusätzlich einen Helm tragen.

1.15 KUNSTFAHREN:     Übersicht
Als Tonträger für Begleitmusik ist nur eine übliche Tonbandkassette zulässig, wie in Abschnitt 3.18 beschrieben.

1.16 PERSÖNLICHE VERPFLICHTUNGEN:     Übersicht
Alle Minderjährigen müssen von einem Elternteil, einem Vormund oder einer beauftragten Person beaufsichtigt werden. Alle Teilnehmer sollten bedenken, daß sie Gäste des Veranstalters sind und zugleich Repräsentanten unseres Sports gegenüber allen neuen Sportlern, Besuchern von weit her sowie gegenüber den Einwohnern der gastgebenden Stadt. Man beachte, daß der Veranstalter die Anlagen für die Wettbewerbe angemietet hat, und daß von jedem erwartet wird, daß er sie pfleglich behandelt. Jeder Sportler ist verantwortlich für sein eigenes Tun, das seiner Familie sowie seiner nicht teilnehmenden Mannschaftskameraden. Teilnehmer können ihre Plazierung bei Rennen verlieren, sie riskieren die Disqualifikation von einzelnen Disziplinen oder den Ausschluß von der gesamten Veranstaltung, wenn sie eventuelle Störungen seitens dieser Personen nicht so gering wie möglich zu halten versuchen.

1.17 REGELKENNTNIS:     Übersicht
Mangelnde Regelkenntnis wirkt sich zum Nachteil der Sportler aus und geht nicht zu Lasten der Helfer oder der IUF. Die IUF ist auch nicht verantwortlich für Irrtümer, die sich aus der Übersetzung von Regeln oder sonstigen Informationen in eine andere Sprache ergeben.

1.18 EIN PRIVILEG:     Übersicht
Die Teilnahme am Wettbewerb ist kein Recht, sondern ein Privileg. Jeder Teilnehmer hat sich selbst als Gast bei einer Veranstaltung des Ausrichters zu verstehen.  Findet der Wettbewerb in einem fremden Land statt, wird man sich mit anderen Sitten konfrontiert sehen, die aber dort als normal gelten.  Das Organisationskomitee legt fest, ob bestimmte Disziplinen, Altersklassen oder Verfahrensweisen eingesetzt werden.  Jeder Teilnehmer ist verpflichtet, sich an alle Regeln und Entscheidungen des Organisationskomitees zu halten.

1.19 DEFINITIONEN:     Übersicht

EINRADÜBUNG (Unicycling Skill): (Substantiv) Auch "Figur" genannt. Alle Übungen (Balanceübungen), gezeigt auf einem Fahrzeug mit nur einem tragenden Kontaktpunkt zur Fahrfläche. Dieser Kontaktpunkt muß ein Rad sein, durch dessen geeignete Bewegung der Sportler den Zustand des Gleichgewichts aufrechterhält. Auch alle Aufstiege sind Einradübungen (unicycling skills). Siehe auch Abschnitt 5.1.1.

EXPERT: Eine Wettbewerbskategorie für die alle Fahrer jeden Alters. Bei allen Einzeldisziplinen im Kunstfahren erfolgt eine Trennung nach männlich und weiblich. Bei den Rennen starten die Sportler zunächst in ihrer Altersklasse, außer im 1500-m-Rennen und möglicherweise in anderen Langstreckenrennen. Bei diesen Rennen entscheiden die Teilnehmer selbst, ob sie in ihrer Altersklasse oder als Expert starten möchten.

FIGUR (Figure):
1. Ein Einradtrick oder eine Einradübung wie zum Beispiel Wheel-Walking oder rückwärts fahren. Die Übungen im Standard-Kunstfahren werden so bezeichnet
2. Eine Fahrfigur, wie zum Beispiel Kreis (circle) oder Wechselrunde (figure eight).

FUSSBEKLEIDUNG FÜR RENNEN: Schuhe mit geschlossenem Oberteil sind obligatorisch. Das heißt, der Schuh muß die gesamte Fuß-Oberseite bedecken. Sandalen sind nicht erlaubt. Die Schuhbänder müssen so getragen werden, daß sie nicht von den Kurbeln erfaßt werden können.

HANDSCHUH (für Rennen): Jeder Handschuh mit dickem Material an den Handflächen (Leder ist zulässig, dünnes Nylongewebe nicht). Die Handschuhe dürfen fingerlos sein wie Fahrradhandschuhe, solange die Handfläche ganz bedeckt ist. Ein Handgelenk-Schutz, wie er bei Inline-Skates benutzt wird, ist eine akzeptable Alternative zu Handschuhen.

HELM: Helme sind obligatorisch für das Rückwärts-Rennen (Fast Backward) und bestimmte andere nicht-traditionelle Rennen. Sie werden für alle Rennen empfohlen. Die Helme müssen mindestens der Fahrrad-Qualität entsprechen und müssen die ANSI-, SNELL- oder ASTM-Sicherheitsnorm erfüllen. Lederne Sturzringe, American-Football- oder Hockeyhelme, etc. sind nicht erlaubt.

IUF: Internationaler Einradverband (International Unicycling Federation). Unterstützt und überwacht internationale Wettbewerbe wie das UNICON, erläßt Regeln für internationale Wettbewerbe und informiert allgemein über das Einradfahren.

JUNIOR EXPERT: Wettbewerbskategorie im Einer- und Zweier-Freestyle-Kunstfahren (Individiual and Pairs Freestyle Artistic) für alle Sportler im Alter von 0-14 Jahren. Besonders begabte Sportler dieses Alters können sich statt dessen auch für die Teilnahme in der Expert-Klasse entscheiden und dort gegen die besten Sportler aller Altersklassen antreten.

KNIESCHUTZ (für Rennen): Jede fabrikmäßig gefertigte, solide Ausführung ist zulässig, etwa wie sie für Basketball und Volleyball benutzt werden oder solche mit harten Kunststoffschalen. Der Knieschutz muß das ganze Knie bedecken und darf während des Rennens nicht verrutschen. Lange Hosen und Bandagen sind nicht erlaubt.

NICHT-EINRAD (Non-Unicycle): Betrifft die Beurteilung der „Difficulty“ Kategorie Freestyle. Alles was in einer Freestyle Vorführung gezeigt wird, das keine Einrad Skill ist (siehe Definition „unicycle skills). Siehe ebenfalls Abschnitt 5.1.2.

PROFESSIONELLER EINRADFAHRER: Eine Person, die während des vorangegangenen Jahres mindestens 50% ihres Einkommens mit Einradshows oder aber mit Shows mit dem Einrad als einem nicht unwesentlichen Bestandteil bestritten hat.

REQUISITEN (Prop): Fast alles außer dem Einrad, was ein Teilnehmer in seiner Kür benutzt. Ein Einrad, das nicht zum Einradfahren (sondern zum Beispiel für einen Handstand auf dem liegenden Einrad) benutzt wird, ist in diesem Augenblick eine Requisite. Ein Hut der fallengelassen und wieder vom Boden aufgehoben wird, ist eine Requisite. Ein Pogo Stick oder ein Dreirad (solange es nicht auf nur einem Rad gefahren wird) sind Requisiten.

STANDARD-EINRAD: Ein Standard-Einrad hat nur ein Rad, wird mit Muskelkraft über Kurbeln direkt an der Achse angetrieben und hat keine zusätzlichen stützenden Elemente. Für Rennen gibt es eine Obergrenze für die Radgröße sowie eine Untergrenze für die Kurbellänge. Für das Standard-Kunstfahren sind diese Maße beliebig.

ULTIMATE WHEEL: Ein besonderes Einrad, das nur aus Rad und Pedalen besteht, ohne Gabel und Sattel.

UMX: Unicycle Motocross. Ein Querfeldeinrennen über Grasflächen, Schmutz, Bordsteine und jeden beliebigen Untergrund.

UNBEABSICHTIGTER ABSTIEG (Unintentional Dismount): In den meisten Fällen, wenn ein Körperteil des Fahrers unbeabsichtigt den Boden berührt. Fährt ein Fahrer zum Beispiel um seine den Boden berührende Fingerspitze herum, so ist diese Bodenberührung beabsichtigt. Wenn Fuß und Pedal in einer engen Kurve den Boden berühren, so ist dies kein unbeabsichtigtes Absteigen, solange der Fuß dabei auf dem Pedal bleibt. Bei den meisten Rennen führen Stürze zur Disqualifikation.

UNICON:  Einradtreffen (von engl. unicycle - Einrad und convention - Treffen). Dieser Begriff wird üblicherweise synonym mit den Einradweltmeisterschaften der IUF gebraucht.

WHEEL-WALKING: Mit dem Fuß oben auf dem Reifen laufend das Einrad antreiben. Die Füße berühren nur den Reifen, nicht die Pedale oder Kurbeln. Benutzt der Fahrer nur einen Fuß, darf der andere Fuß auf der Gabel ruhen.
Mangelnde Regelkenntnis wirkt sich zum Nachteil der Sportler aus und geht nicht zu Lasten der Helfer oder der IUF. Die IUF ist auch nicht verantwortlich für Irrtümer, die sich aus der Übersetzung von Regeln oder sonstigen Informationen in eine andere Sprache ergeben.
 

 

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Die deutsche Version der IUF-Regeln sind Teil der Homepage der Deutschen Einradfahrer