IUF Logo          Internationale Wettbewerbsregeln, Internet-Ausgabe 1998


5  FREESTYLE BEWERTUNG
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Übersicht

5.1 Die Techniknote
5.2 Die Präsentationsnote
5.3 Pair Freestyle
5.4 Group Freestyle
5.6 Das Kampfgericht
5.7 Bepunktung
5.8 Weltmeister

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 Gilt für Individual, Pairs und Groups. Jeder Kampfrichter gibt für die Bereiche Schwierigkeit und Präsentation je eine Wertung von 1 bis 10 ab. Die Techniknote dokumentiert Schwierigkeit und Sicherheit der gezeigten Einradübungen. Die Präsentationsnote setzt sich zu gleichen Teilen zusammen aus Eleganz, künstlerischer Ausstrahlung, Choreographie, Gebrauch von Requisiten und Zeigen von Nicht-Einradübungen, Originalität sowie der Auswahl von Kostüm und Musik.

5.1 DIE TECHNIKNOTE (Difficulty):        Übersicht
Die Kampfrichter geben eine Wertung von 1 bis 10 ab. 50% davon basieren auf der Schwierigkeit, 50% auf der Sicherheit. Nur Einradübungen (siehe Definition) gehen hier in die Bewertung ein. Nicht-Einradübungen nehmen nur Einfluß auf die Präsentationsnote. Tanz, Jonglage und andere Nicht-Einradübungen können nur die Präsentationsnote anheben und haben keine Auswirkungen auf die Techniknote.

5.1.1 UNICYCLING SKILLS: Alle Übungen (Balanceübungen), gezeigt mit nur einem tragenden Kontaktpunkt zur Fahrfläche. Dieser Kontaktpunkt muß ein Rad sein, durch dessen geeignete Bewegung der Sportler den Zustand des Gleichgewichts aufrechterhält. Auch alle Aufstiege sind Einradübungen.

Beispiele für unicycling Skills: Fahren ohne Sattel, während der Sattel am Boden schleift (obwohl durch Sattel und Rad zwei Kontaktpunkte mit der Fahrfläche bestehen, hat nur einer davon, nämlich das Rad, eine tragende Funktion), Fingerspitze berührt den Boden (Finger trägt kein Gewicht).

5.1.2 NON UNICYCLING -SKILLS: Übungen auf einem Fahrzeug mit zwei oder mehr tragenden Kontaktpunkten zum Boden, sowie alle Übungen, die nicht auf einem Einrad gezeigt werden. Allgemein alle Übungen mit mehr als einem tragenden Kontaktpunkt zur Fahrfläche, wie zum Beispiel wenn der Sportler auf dem am Boden liegenden Einrad steht oder wenn er springt, während er auf der Gabel steht und Rad und Sattel sein Gewicht tragen. Siehe Definitionen.

5.1.3 UNBEABSICHTIGTE ABSTIEGE: Unbeabsichtigte Abstiege sollten keinen festgelegten Punktabzug zur Folge haben, und die Wertungen der Kampfrichter sollte die Reaktion des Sportlers auf einen unbeabsichtigten Abstieg dokumentieren. Obwohl unbeabsichtigte Stürze dem Gesamteindruck einer Kür schaden, sollten die Kampfrichter bei der Bewertung darauf Rücksicht nehmen, wie der Sportler damit umgeht. In einer Comedy-Nummer zum Beispiel kann ein Einradfahrer einen ungeplanten Abstieg so geschickt vertuschen, daß das Publikum ihn für beabsichtigt hält. In diesem Fall wird der Umgang mit dem ungeplanten Abstieg die Präsentationsnote anheben. Wenn ein Sportler dagegen auf einen Abgang sichtlich nervös oder verärgert reagiert oder wenn die Choreographie dadurch ins Wanken gerät oder gänzlich zusammenbricht, hat er seiner Kür einen weit größeren Schaden zugefügt. Dies muß entsprechend bewertet werden. Unbeabsichtigte Abstiege senken die Techniknote und können die Präsentationsnote sowohl anheben als auch senken.

5.1.4 SCHWIERIGKEIT: Nur erfolgreich gezeigte Übungen nehmen Einfluß auf die Schwierigkeitswertung einer Kür.  Mißglückte Übungen beeinflussen die Schwierigkeitsnote nicht, senken aber die Note für die gezeigte Sicherheit. Wird eine Übung in einem zweiten Anlauf erfolgreich ausgeführt, steigt die Schwierigkeitsnote. Neue Einradübungen werden hier nur nach ihrer Schwierigkeit bewertet. Originalität und Ideenreichtum sind Teil der Präsentationsnote. Die Schwierigkeitsnote hängt auch ab von Anzahl und  Verschiedenheit der gezeigten Übungen. Eine Kür, die viele Übungen enthält wird hier höher bewertet als eine mit wenigen, auch wenn die Gesamtschwierigkeit die gleiche ist. Eine Kür zum Beispiel, die hauptsächlich Wheel-Walking-Übungen enthält, wird niedriger bewertet als eine Kür, die sowohl Wheel-Walking als auch andere, gleichwertige Übungen beinhaltet. Benötigt ein Sportler mehr Platz als die gegebene Fahrfläche, senkt auch dies die Schwierigkeitswertung.

5.1.5 MASTERY: Die Wertung für die gezeigte Mastery dokumentiert im Grunde die Treffer-Fehler-Quote aller versuchten Übungen sowie die Beherrschung des Einrads bei den Übungen. Hier wird die Körperhaltung des Sportlers bewertet. Zeigt ein Teilnehmer Übungen mit einem offensichtlichen Mangel an Beherrschung, sinkt die Wertung für die Sicherheit. Die Kampfrichter achten auf eine Körperhaltung, die Kontrolle und Sicherheit auf dem Einrad erkennen läßt.

5.2 DIE PRÄSENTATIONSNOTE (Presentation):        Übersicht
Die Präsentationsnote ist wie folgt gegliedert:

5.2.1  ELEGANZ (Style): Die Ästhetik von Körperhaltung und -bewegungen. Bewertet werden Körperkoordination und -bewegungen während der gesamten Kür. Die Kampfrichter müssen bewußte Bewegungen von den unkoordinierten Bewegungen unterscheiden, die zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts nötig sind.
 BEISPIELE: Freies Bein und Fuß gestreckt, aufrechter Kopf und Oberkörper, frei und entspannt gehaltene Arme und fließende Bewegungen sind Anzeichen sauberer Körperhaltung. Nach vorn gelehnter Körper, gesenkter Kopf, plötzliche Ausgleichsbewegungen mit den Armen, gespreizte Hände und Finger sind Beispiele für unzulängliche Körperhaltung.

5.2.2   KÜNSTLERISCHE AUSSTRAHLUNG (Showmanship): Die Kampfrichter bewerten die Fähigkeit des Einradfahrers, das Publikum mit seinem Auftreten, Blickkontakt und Mimik zu fesseln und es zum Teil seiner Kür werden zu lassen. In dieser Kategorie wird auch bewertet, wie ein Sportler auf eine mißglückte Übung reagiert.
 BEISPIELE FÜR MANGLENDE KÜNSTLERISCHE AUSSTRAHLUNG: Blick nach unten, konzentrierter statt heiterer Gesichtsausdruck, leises Fluchen bei Fehlern sowie fehlendes Publikumsbewußtsein und -kontakt.

5.2.3  CHOREOGRAPHIE (Choreography): Die Kampfrichter bewerten die optimale Ausnutzung von Fahrzeit und Fahrfläche. Hohe Wertungen werden vergeben für sorgfältig ausgearbeitete Küren mit viel Abwechslung (zum Beispiel, daß nicht alle Übungen geradeaus oder auf einer Stelle gezeigt werden) und fließenden, zügigen Übergängen zwischen den Übungen. Auch hier wird abgewertet, wenn ein Teilnehmer die Fahrflächenbegrenzung überfährt. Die Kür sollte so geplant sein, daß der gegebene Platz ausreicht.

5.2.4  USE OF PROPS AND OTHER SKILLS: Ein Einrad gilt als Requisite, solange es nicht für eine Einradübung benutzt wird (sondern zum Beispiel für einen Handstand auf dem am Boden liegenden Einrad oder zum springen auf der Gabel, während Rad und Sattel den Boden berühren). Nicht-Einradübungen sind zum Beispiel Tanz, Mimik, Comedy, Jonglage, Akrobatik, Musizieren, etc. Man beachte die Formulierungen "USE OF“: Diese Note wird nicht für die Requisiten und die Skills vergeben, sondern dafür, wie sich diese Props und Skills auf die Kür auswirken. Die Kampfrichter achten nicht auf die Requisiten und Skills selbst, sondern darauf, wie sie eingesetzt werden. Es ist nicht vorgeschrieben, während der Kür von Requisiten und Skills Gebrauch zu machen. Werden keine eingesetzt, darf die Wertung deshalb nicht geringer ausfallen.

BEISPIELE: Ein Sportler, der eine vielzahl schwieriger Einradübungen zeigt, dann aber jongliert, während er entlang einer Geraden Einrad fährt, könnte seiner Darbietung dadurch einen Schaden zufügen, daß er in einer sonst hochwertigen Kür diese vergleichsweise einfache Übung zeigt. Ein Sportler, der die Hälfte seiner Fahrzeit darauf verwendet, neben seinem Einrad zu tanzen, wertet seine Darbietung dadurch nicht auf, gleichgültig, wie schwierig der Tanz auch sein mag. Auch unsicher ausgeführte Übungen schaden einer Kür mehr als sie ihr nützen.

5.2.5  ORIGINALITÄT (Originality): Die Kampfrichter achten auf Einfallsreichtum in der Kür, sowohl in der Technik als auch in der Präsentation. Neue Einradübungen finden hier ebenso Beachtung wie die Originalität der Darbietung als Ganzes.

5.2.6  AUSWAHL VON KOSTÜM UND MUSIK (Choice of Costume and Music): Die Kampfrichter bewerten nicht das Kostüm und die Musik selbst, sondern deren positive Wirkung auf die Kür insgesamt. Hohe Wertungen werden vergeben, wenn Kostüm und Musik zu dem passen, was die Sportler in ihrer Kür zeigen.

 BEISPIELE: Einer beschwingten, aufwendigen Kür ist mit Landstreicherkostüm und Clownsnase nicht geholfen. Und ein Clown in einem verrückten Kostüm, der eine mit hohen Schwierigkeiten gespickte Kür zeigt, wird kaum ernstgenommen werden, denn die Übungen werden auf diese Weise leichter erscheinen als sie in Wirklichkeit sind. Eine Kür, bei der die Musik nur im Hintergrund spielt, erhält niedrigere Wertungen als eine Darbietung, bei der der Sportler mit seiner Musik arbeitet oder bei der ein Wechsel der Musik einen Abschnitt in der Kür kennzeichnet.

5.3 PAIR FREESTYLE       Übersicht
Hier müssen die Kampfrichter die Leistungen zweier Einradfahrer zusammen bewerten. Neben allen oben genannten Bewertungskriterien müssen die folgenden, zusätzlichen Faktoren beachtet werden.

5.3.1 DIFFICULTY: Das Schwierikeitsniveau einer Paarkür wird durch die Gesamtschwierigkeit aller Übungen die das Paares zeigt bestimmt, nicht durch die Schwierigkeit der Übungen eines einzigen Sportlers. Zeigt einer der beiden Sportler ein weit höheres Maß an Schwierigkeit als der andere, müssen die Kampfrichter ihre Schwierigkeitswertung in der Mitte zwischen den beiden Sportlern einordnen. Eine Übung, bei der beide Sportler einander offensichtlich stützen, erhält eine niedrigere Wertung als dieselbe Übung ohne gegenseitige Hilfe. Von den Kampfrichtern wird erwartet, daß sie gegenseitiges Stützen von artistischem Kontakt unterscheiden können. Eine Griffverbindung muß nicht unbedingt eine tragende Funktion haben.  Sind jedoch zum Beispiel die Arme fest verschränkt, läßt dies in der Regel auf eine stützende Funktion schließen. Einige Übungen sind schwieriger, wenn sie mit Griffverbindung gefahren werden (zum Beispiel einbeiniges Fahren).

5.3.1.1 PAIRS VS. DOUBLES „Doubles“ sind Übungen, bei denen zwei Sportler nur ein Einrad benutzen. In Pairs Vorführer werden viele dieser Zweierübungen gezeigt, mit Hebefiguren und Kraftanstrengung auf hohem Schwierigkeitsniveau. In anderen Paarküren kommen gar keine Zweierübungen vor. Um alle Küren gerecht und in Relation zueinander bewerten zu können, gilt es zu beachten, daß grundsätzlich die gezeigte Schwierigkeit beider Sportler bewertet wird. Zeigt einer der Sportler kaum fahrerisches Können, muß dies entsprechend bewertet werden, wobei die Gesamtschwierigkeit des Paares ein Mittelwert zwischen den Schwierigkeitsniveaus beider Sportlern sein muß. Fährt einer der Sportler überhaupt nicht, darf man anzweifeln, ob es sich bei der Darbietung um eine Zweier-Kür handelt und die Kür demensprechend deutlich abwerten. Zweierübungen erfordern von beiden Sportlern ein hohes Können, jedoch muß man sie sorgfältig gegen Paarübungen abwägen.

5.3.2 STYLE:  Die Kampfrichter achten darauf, ob die Sportler zusammenarbeiten, oder ob sie vollkommen getrennt voneinander zur selben Musik fahren.

5.3.3  CHOREOGRAPHY:  Ein Paar muß die Fahrfläche nicht unbedingt ausnutzen. Ein gemischtes Paar zum Beispiel, daß eine Kür nach Art eines Tanzes zeigt, hebt seine Wertung nicht dadurch an, daß die Sportler in gegenüberliegende Ecken der Fahrfläche fahren. Je nach Thema der Kür können beide Sportler auch für die gesamte Dauer der Darbietung zusammen fahren. Die Kampfrichter müssen entscheiden, ob sich dies auf die Kür als Ganzes eher positiv oder negativ auswirkt. Allgemein gilt, daß auseinander- und wieder zusammenfahren häufig nichts weiter als ein Lückenfüller ist und die Darbietung nicht aufwertet.

5.4 GROUP FREESTYLE:       Übersicht
 Neben allen oben genannten Bewertungskriterien müssen die folgenden, zusätzlichen Faktoren berücksichtigt werden. Bezogen auf das, was gezeigt werden kann und darauf, wie es präsentiert werden kann, bieten sich einer Gruppe weit mehr Möglichkeiten als einem Einzelsportler oder einem Paar. Die verschiedenen Fahrer können vergleichbare oder stark differierende Schwierigkeiten zeigen. Die teilnehmenden Gruppen werden verschieden groß sein. Alle diese Kriterien müssen bei der Bewertung von Mannschaft-Freestyle-Küren Beachtung finden.

5.4.1 DIFFICULTY:  Wie im Pairs muß ein Mittelwert aller vorhandenen und möglicherweise sehr verschiedenen Schwierigkeitsniveaus gefunden werden. Höchstschwierigkeiten, gezeigt von nur einem Sportler der Gruppe, heben nicht die Schwierigkeitswertung der ganzen Gruppe auf die höchste Schwierigkeitsstufe. Alle Sporter der Gruppe müssen effektiv in die Kür eingebunden sein. Das heißt, daß weniger geübte Fahrer zum Beispiel Kreise fahren, Fahnen und Bänder tragen oder von anderen Sportler getragen werden können, statt nur am Rand zu stehen.

5.4.1.1  SMALL GROUPS VS: LARGE GROUPS:  Stark differierende Gruppengrößen müssen sich auf die Bewertung auswirken. Große Gruppen werden vorwiegend Formationen fahren, während kleinere Gruppen in der Regel schwierigere Übungen zeigen. Bei so vielen Möglichkeiten müssen viele Faktoren verglichen werden, um eine gerechte Wertung zu erzielen. Weder eine große Gruppe allein, noch allein schwierige Übungen, gezeigt von einer kleinen Gruppe sollten bedingungslos mit Höchstwertungen versehen werden. Vielmehr müssen die Kampfrichter die Gruppengröße als Teil der gesamten Darbietung sehen, einschließlich der Vorzüge und Einschränkungen der Gruppengröße in bezug auf die gezeigten Übungen.

5.4.2  STYLE:   Die Kampfricher achten auf Teamwork und Zusammenarbeit. Wissen alle Fahrer, wo sie gerade sein sollten? Scheint es, als zögen die Sportler einander umher, statt zusammen zu fahren? Wenn ein Fahrer stürzt, helfen die anderen ihm auf? Etc.

5.4.3  ORIGINALITY:  Die Kampfrichter achten auf immer neue Muster, Formationen und Ideen.

5.4.4  CHOREOGRAPHY:  Bewertet wird, ob die Fahrfläche gleichmäßig ausgenutzt wird und ob alle Teilnehmer der Gruppe effektiv eingesetzt werden.

5.6 DAS KAMPFGERICHT (Judging Panel):       Übersicht
 Es besteht aus fünf Kampfrichtern. Alle Kampfrichter müssen die relative Schwierigkeit von Einradübungen kennen und profundes Wissen und detaillierte Kenntnisse von Regeln und Bewertungskriterien für den Wettbewerb aufweisen können, in dem sie werten. Kreativität und Originalität können nur von jemandem bewertet werden, der weiß, was in der Vergangenheit gezeigt worden ist. Wer zum ersten Mal einen Einradwettbewerb besucht, sollte zuschauen und Erfahrungen sammeln, jedoch noch nicht werten.

5.6.1  AUSWAHL DER KAMPFRICHTER: Jemand sollte nicht als Kampfrichter für einen Wettbewerb herangezogen werden,
 a.  wenn er Elternteil, Kind, Bruder oder Schwester eines dort teilnehmenden Sportlers ist.
 b.  wenn er Trainer, Manager, etc. eines dort teilnehmenden Sportlers ist.
 c.  wenn sonst mehr als ein Mitglied derselben Familie gleichzeitig denselben Wettbewerb werteten.
 d.  wenn sonst mehr als ein Mitglied derselben Nationalmannschaft, desselben Vereins oder derselben       Gruppe gleichzeitig werteten.
 Ist die Menge aller verfügbaren Kampfrichter durch obige Einschränkungen so stark verringert, daß ein reibungsloser Ablauf der Wettbewerbe nicht mehr möglich ist, können die Restriktionen, am Ende der Liste beginnend, so weit aufgehoben werden, bis genügend Kampfrichter vorhanden sind. Ein solches Vorgehen muß allerdings vom Obmann (Chief Judge) und vom Wettkampfleiter Kunstfahren (Artistic Director) gebilligt werden. Werden diese beiden Aufgaben von derselben Person wahrgenommen, ist zusätzlich die Zustimmung des nächstranghöheren Helfers erforderlich.

5.6.2  ERNENNUNG VON KAMPFRICHTERN FÜR DIE WERTUNG DER ALTERSKLASSEN: Die Sitze im Kampfgericht werden vergeben an einzelne Teilnehmer, Gruppen und Nationalmannschaften entsprechend ihrem Teilnehmeraufgebot bei den Wettbewerben des Kunstfahrens bei der betreffenden Veranstaltung. Daher sollten etwa eine Woche vor der Veranstaltung anhand der gemeldeten Personen Statistiken erstellt werden, die darüber Aufschluß geben, welche Staaten oder Gruppen wie stark vertreten sind. Die Kampfrichter werden vom Obmann (Chief Judge) aufgrund einer Liste registrierter und qualifizierter Personen ernannt.

5.6.3   ERNENNUNG VON KAMPFRICHTERN FÜR DIE WERTUNG DER EXPERT- UND JUNIOR-EXPERT-KATEGORIEN: Die Kampfrichter für die Expert- und, falls ausgeschrieben, Junior-Expert-Kategorien werden vom Obmann (Chief Judge) ernannt. Er wird die qualifiziertesten aller verfügbaren Kampfrichter auswählen. Eine Liste von qualifizierten Expert- und Junior-Expert-Kampfrichtern wird vor jeder Veranstaltung vom Wettkampfleiter Kunstfahren (Artistic Director) und/oder vom Veranstalter erstellt.

5.6.4  STANDARD- UND FREESTYLE BEWERTUNG: Zwei vollkommen unterschiedliche Regelwerke verlangen den Kampfrichtern unterschiedliche Qualifikationen ab. Sachverständige Standard-Kampfrichter sind nicht unbedingt auch qualifizierte Freestyle-Kampfrichter und umgekehrt. In der Liste der verfügbaren Kampfrichter muß daher auch der Bereich angegeben sein, für den ein Kampfrichter die nötige Sachkenntnis besitzt.

5.6.5  KAMPFGERICHT SOLL NICHT WECHSELN  Die fünf Mitglieder des Kampfgerichts dürfen nicht ausgewechselt werden, solange die Wertung einer Wettbewerbskategorie, zum Beispiel einer Altersklasse, andauert. In Notfällen kann der Obmann (Chief Judge) von dieser Regel abweichen.

5.6.6  BEURTEILUNG DER ARBEIT VON KAMPFRICHTERN:  Anwärter auf einen Sitz im Kamfgericht können nach einer oder mehrerer der folgenden Methoden beurteilt werden:
 a. Beurteilung nach der Erfahrung eines Kandidaten (Bewerten, Einradfahren, etc.).
 b. Beurteilung anhand einer Eignungsprüfung (Regeln und Prüfungsunterlagen werden den Kandidaten zugesandt. Eine solche Eignungsprüfung gibt zumindest Aufschluß darüber, ob ein Kandidat die Regeln gelesen hat.).
 c. Beurteilung anhand der Wertung eines Kandidaten bei einer früheren Veranstaltung, indem dessen Wertungsergebnisse mit denen anderer Kampfrichter verglichen werden.

Typische Anzeichen mangelnder Qualifikation zum Kampfrichter:
 a. Häufige Entscheidung auf Gleichstand: Ein Kampfrichter soll die Leistungen von Teilnehmern in einer Rangfolge einordnen können. Obgleich es zweifelsohne legitim ist, auf Gleichstand zu entscheiden, führt dessen maßloser Gebrauch dazu, daß das eigentliche Ziel des Bewertens verfehlt wird.
 b. Voreingenommenheit gegenüber bestimmten Gruppen: Wenn ein Kampfrichter Mitglieder einer bestimmten Gruppe oder Nation signifikant anders bewertet als die übrigen Kampfrichter. Wenn ein Kampfrichter bestimmte Teilnehmer auffällig höher oder niedriger bewertet als die übrigen Kampfrichter. Ein Kampfrichter kann zum Beispiel auch die Mitglieder seines eigenen Vereins wesentlich strenger bewerten.
 c. Nicht übereinstimmende Rangfolge: Wenn sich die Rangfolge eines Kampfrichter auffällig von der der meisten übrigen Kampfrichter unterscheidet.

5.7 BEPUNKTUNG (Scoring):       Übersicht
 Bei allen Wettbewerben im Freestyle-Kunstfahren werden die Wertungen aller Kampfrichter in Plazierungspunkte umgeschrieben. Der Teilnehmer mit der höchsten Wertung erhält einen Plazierungspunkt, der mit der nächsthöchsten zwei usw. Die Plazierungspunkte entsprechen also der Plazierung eines bestimmten Teilnehmers in der Rangfolge eines bestimmten Kampfrichters.
 
 Merke:Wie viele Plazierungspunkte ein Teilnehmer erhält, hängt von der Anzahl der Starter in dessen Wettbewerbskategorie ab. Erreichen zwei oder mehrere Teilnehmer die gleiche Punktzahl, werden jedem von ihnen gleiche Anteile an der Summe der Plazierungspunktzahlen angerechnet, die auf die betreffenden Starter entfallen.

 Erreichen zum Beispiel in einem Wettbewerb mit sieben Teilnehmern vier Starter mit der gleichen Punktzahl den zweiten Platz, erhält der siebte Platz sieben Plazierungspunkte, der sechste sechs und der erste Platz einen Plazierungspunkt. Für die übrigen vier Teilnehmer werden die noch nicht vergebenen Plazierungspunktzahlen zusammengezählt: 2+3+4+5 = 14. Diese Summe wird durch die Anzahl der davon betroffenen Teilnehmer (4) geteilt. Jeder von ihnen erhält also 3,5 Plazierungspunkte. Es siegt der Starter mit der niedrigsten Gesamtplazierungspunktzahl. Erreichen zwei oder mehrere Teilnehmer die gleiche Plazierungspunktzahl, entscheidet die bessere Techniknote. In diesem Falle muß die Techniknote erneut separat berechnet werden. Ist auch die Techniknote gleich, erhalten alle Starter mit der gleichen Punktzahl die gleiche Gesamtplazierung.

5.8 WELTMEISTER:       Übersicht

GROUP FREESTYLE:  Die Mannschaft, die den ersten Platz belegt, ist Weltmeister.

STANDARD SKILL,INDIVIDUAL UND PAIRS FREESTYLE:: Männliche und weibliche Gewinner in der Expert-Kategorien von jedem Wettkampf sind die Weltmeister Falls auch eine Junior-Expert-Kategorie ausgeschrieben wurde, sind die Gewinner dieser Kategorie Junioren-Weltmeister.
 

 

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