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21.06.2013, 14:29 Uhr von Thomas Gossmann - 0 Kommentar(e)

Die Zahl der Freestyler in Deutschland nimmt rapide zu, ein sehr gutes Zeichen für unseren Sport. Zugleich generiert es auch ein Luxusproblem, allen Fahrern einen geeigneten Wettkampf zur Verfügung zu stellen, auf dem die Leistungen adäquat verglichen werden können. Das ganze soll auch nicht länger als ein Wochenende dauern - zu voll soll der Wettkampf auch nicht sein. Gleichzeitig soll es aber auch für Nachwuchsfahrer einen guten Einstieg in das wettkampfbetonte Einradfahren bieten. Hinzu kommt die Anpassung dieser Systeme an die Mentalität und Kultur des Einradfahrens.

Voraussetzungen und Randbedingungen

Hier die markantesten Voraussetzungen und Randbedingungen, es gibt aber sicher noch mehr.

1. Standorte und Fahrerverteilung

Bevor hier Lösungen vorgestellt und diskutiert werden können, sollte man sich erstmal einen Überblick über die aktuelle Situation verschaffen um Rahmenbedingung zu eroierieren, denen Lösungsansätze entsprechen müssen. So ist zunächst die Verteilung der Freestyler auffallend. Eine genaue Erhebung lässt sich hier nicht durchführen, hingegen ist hierbei nur von groben Schätzungen auszugehen. Auffallend ist, dass es keine flächendeckende Besiedelung durch Freestyler gibt. Hingegen können hier bestenfalls Ballungsgebiete ausgemacht werden und die Dichte lässt sich sehr grob abstecken. Die drei dicht besiedelsten Regionen sind daher meiner Meinungen nach:

  1. Schleswig-Holstein
  2. Bayern (der Süden)
  3. Nordrhein-Westfalen

Einzelne Fahrer und einzelne, auch größere Vereine gibt es verteilt im Rest Deutschlands, wobei es auch größere Unbesiedelte Gebiete gibt. So sind die Fahrtechnischen Niveaus vom Basiskönnen natürlich überall vertreten, für die Topfahrer setzt sich hier der Satz "Quantität schafft Qualtität" durch.

Hier die Unicon 16 Teilnehmer aus Deutschland:

2. Verbände

Natürlich spielen die Verbände auch eine Rolle. Jedoch spielen sie bei dem Suchen einer Lösung eine untergeordnete Rolle. Dabei geht es nur um die Fahrer und ihren Standort. Versucht sich hier ein Verband an einem Alleingang, wird das wohl nicht im Sinne aller Einradfahrer sein, so eine Lösung ist von vorneweg zum Scheitern verurteilt. Ein gemeinsames Erarbeiten von Lösungen ist nicht nur gewollt, sondern unabdinglich und im Sinne der Einradfahrer.

3. Wettkampfergebnisse, Judges und Judging-System

Aufgrund der aktuellen Qualität der Judges und dem Freestyle Judging-System sind Wettkampfleistungen von verschiedenen Wettkämpfen nicht miteinander vergleichbar.

4. Testen! Testen! Testen!

Egal welche Lösung und welches System als erstes gefunden werden, kann definitiv noch nicht von einem funktionierenden System gesprochen werden (so toll es sich auch auf dem Papier darstellen möchte). Das System muss danach erst noch in der Praxis erprobt werden und mit Erfahrungen verfeinert oder sogar verworfen werden. Solche gefundenen Lösungen können nur als Test angepriesen werden, dass man gerne am Feedback der Fahrer interessiert ist, um das System zu verbessern.

Qualifikations-Modelle

Hier sollen einige Modelle diskutiert werden, die bereits in Anwendung sind, aus anderen Sportarten bekannt sind oder sogar gerade getestet werden. Modelle deswegen, da sie nur als Kandidaten für ein fertiges System gelten, aber noch keineswegs eine fertige Lösung darstellen. Für Korrekturen bin ich dankbar, ist mir hierbei ein Fehler unterlaufen.

1. Traditionelles Modell

Bekannt aus den etablierten Sportarten in der sich die besten Sportler von Lokalen über Regionalen Gebieten zur nächsthöheren Instanz qualifizieren und letztlich an der deutschen Meisterschaft antreten.

Kritik

Dieses System lässt sich in Deutschland nur sehr schlecht umsetzen, da zum einen nicht die nötige Dichte gegeben ist, zum anderen da die Wettkampfergebnisse nicht ausreichend Güte besitzen um aus zwei (oder mehr) verschiedenen Wettkämpfen die besten Einradfahrern zu bestimmen.

2. Deutsche Meisterschaften und Nachwuchswettkämpfe

Ob als Folge des nicht funktionierenden traditionellen Modells, etablieren sich zunehmend Nachwuchswettkämpfe. Für die Fahrer bleibt die Wahl, ob sie sich zur deutschen Meisterschaft und/oder zu einem Nachwuchswettkampf anmelden. Oftmals obliegt die Entscheidung auch beim Trainer, der den Wettkampf aussucht, der Fahrer bleibt mitunter im kompletten Unwissen.

Kritik

Die Kriterien für die deutsche Meisterschaft sind nicht vorhanden. Es gibt keine Richtlinie die bescheinigt, welcher Wettkampf für welchen Fahrer geeignet ist. Eine sehr, sehr wage und schwammige Grauzone. Neben dem Abwägen des Niveaus durch Trainer, sind es sicherlich auch Bauchentscheidungen, die für den ein oder anderen Wettkampf sprechen...

3. Regio-Cups

Wird derzeit in Schleswig-Holstein getestet. Fahrer können sich entscheiden, ob sie am Regio-Cup teilnehmen oder an der SH-Meisterschaft. Regio-Cup Teilnehmer hingegen dürfen weder an der größeren/Niveaureicheren SH-Meisterschaft noch an der deutschen Meisterschaft starten (Gruppenküren sind ausgenommen). Die Regio-Cups übernehmen also die Nachwuchswettkämpfe in diesem Fall und werden auch Anfängerwettkämpfe genannt.

Kritik

Ich hatte Kirsten Häusler noch vorab per Mail nachgefragt, ob mein Text zum Regio-Cup richtig ist. Sie konnte noch etwas ergänzen, außerdem hat sie einen Satz mitgeschickt, den ich hier gerne zitieren möchte: "Sehr positiv bei den Regios ist, dass neue Vereine oder Einradgruppen sich ehr trauen mitzumachen und dadurch wächst unsere Einradgemeinschaft."

Hier wäre vor Allem das Feedback der Fahrer interessant, wie diese Teilung ankommt. Ich kann mir vorstellen, dass nicht alle damit zufrieden sind, wegen ihrer Gruppenkür und deren Fahrern zwei Veranstaltungen zu besuchen. Ich persönlich sehe da weniger ein Problem, außerdem sollte es ja das Ziel sein, bei wettkampforientiertem Training an Veranstaltungen teil zu nehmen. Da es ja in SH ist, ist es zudem nicht weit auseinander.

4. Aufteilung nach Disziplinen

Ein Modell, dessen genaue Ausführung mir nicht bekannt ist. Gefunden habe ich es in Japan. Die japanische Meisterschaft nennt sich AJUC (All-Japan Unicycle Championship). Der Name lässt vermuten, dass es auf geographisch kleinerer Region bereits Wettkämpfe gibt (ähnlich einer NRW- oder Bayrischen Meisterschaft). Der interessantere Punkt ist aber, dass es die AJUC für PG (Pair und Group) und Individual gibt. Auf der einen Meisterschaft werden nur Paar- und Gruppenküren gefahren, auf der zweiten nur Einzelküren.

Kritik

Das entlastet das Wettkampfwochenende ungemein, die gezeigten Küren werden einfach auf mehrere Wochenenden verteilt. Ich denke, für Deutschland bietet sich sowas auch an. Für den ersten Schritt ist eine Trennung von Küren und Standard-Skill auf zwei Wochenenden sinnvoll.

5. Niveauvorgabe

Einst wurde mit den Skill-Levels das wachsende Teilnehmerfeld versucht zu kontrollieren. Die Idee war garnicht so schlecht, die Skill-Levels zu nutzen war von vorneherein ein Reinfall, an dem der BDR aber lange festgehalten hat. Schlauer ist es hier für jeden Wettkampf individuell das Niveau vorzulegen. Eine Trickliste etwa die grob einen Lernfortschritt klassifiziert.

Eine maximale Niveauvorgabe? Sowas habe ich gehört, sollte in jüngster Vergangenheit der Fall gewesen sein. Bei einem Wettkampf soll das maximale gezeigt Niveau definiert worden sein. Wenn es beim Sport darum geht, sein bestes zu zeigen um es dann seinen Teilnehmern zu verbieten - sorry, aber wie bescheuert muss man sein?

Kritik

Die Niveauvorgabe durch Tricklisten stellt nur 50% der gezeigten Leistung im Einrad-Freestyle dar. Was ist mit Artistik? Mir selbst fällt (auch nach längerer Überlegung) keine Möglichkeit ein, hier vorab ein Kriterium hierfür festzulegen. Die Verifizierung der Niveauvorgabe fällt auch wieder auf den Trainer zurück, wie genau ist dann die Einhaltung der Niveaukriterien zu sehen, wenn ein Trainer sein(e) Fahrer doch zum Wettkampf schickt?

Dadurch, dass es gerade mal 50% der gezeigten Leistungen adressiert, eliminiert sich diese Modell als mögliches System selbst.

6. Expert- vs. Altersklassenwettkampf

Eine Durchführung, wie es der BDR seit einigen Jahren auf seiner deutschen Meisterschaft praktiziert. Fahrer melden sich für Expert oder Altersklasse an, soweit keine Überraschung. Die Expert Fahrer müssen sich am Wettkampf in Junior und Senior für das Finale qualifizieren. Die besten sechs aus jeder Startgruppe starten dann nochmal.

Kritik

Für Junior und Senior wird jeweils eine Jury eingesetzt um den Umstand zu umgehen, dass Juryergebnisse von zwei unterschiedlichen Zusammensetzungen nicht miteinander vergleichbar sind. Das wirft natürlich aber auch die Frage auf, ob die ersten und letzten Ergebnisse gleichermaßen validieren, oder ob die Jury am Ende wegen Konzentrationsproblemen "schon eingeschlafen" ist.
Der Überraschungseffekt einer Kür wird natürlich auch im Falle einer zweiten Fahrt eliminiert.

Das Finale sollte der Anmeldung in Expert entsprechen und widerspricht der etablierten Mentalität sich für Expert bzw. Altersklasse anzumelden - aber man muss ja auch neue Wege gehen. Die am Wettkampf stattfindende Qualifikation sehe ich also mit gemischten Gefühlen.

Die Altersklassenwettkämpfen erfahren eine Degradierung ihrer Wertigkeit und sind damit nur noch als Zwischenstufe zwischen deutscher Meisterschaft und Nachwuchswettkampf zu sehen, aber das ist sicherlich damit beabsichtigt.

7. Länderpokal

Von der BDR Website: "Jedes Bundesland entsendet eine Ländermannschaft, zusätzlich werden Mannschaften aus dem Ausland eingeladen.  Pro Mannschaft maximal 13 SportlerInnen, minimal 8 SportlerInnen."

Kritik

Mündliche wurde mir erklärt, dass es bei dieser Veranstaltung darum geht, das Freestyle einem großen Publikum zu zeigen. Eine große Halle, mit viel Publikumsrängen, denen dann ein hochkarätiger Wettkampf geboten werden soll. Ich finde auch, dass Freestyle ein riesiges Potential hat um dem Publikum gezeigt zu werden und damit auch unterhaltsamer und anspruchsvoller sein kann als viele andere Sportarten, nur sehe ich das Potential von den Fahrern derzeit noch nicht genutzt (im besonderen Artistik und Bewegungsqualität), aber das ist ein anderes Thema - ich schweife ab.
Der Hintergrund wird also nicht kommuniziert. Der Zweck wird verschleiert. Geht es darum Freestyle einem großen Publikum zu präsentieren oder einen hochkarätigen Wettkampf zu etablieren? Beides? Der erste Fall könnte auch über eine gut Choreographierte Gala Show im Sinne von Holiday-on-Ice spektakulär in Szene gesetzt werden. Alle teilnehmenden Fahrer üben daheim einen Teil der Choreographie, die an gemeinsamen Trainings zusammengefügt werden - nur so eine Idee.

Der Wettkampf selbst hat natürlich auch einen groben Fehler in der Konzeption. So darf die "Landesnationalmannschaft" aus 8-13 Fahrern bestehen. Dadurch, dass wir in Deutschland aber Ballungsgebiete haben, sind zum Beispiel in SH oder NRW mehr als 13 gute Fahrer, andere weniger dicht besiedelte Gebiete (z.B. Meck-Pomm) können auch 13 Fahrer schicken (wenn es denn so viele gibt). Im Moment ist das Niveau dazwischen nicht ausgeglichen.

Fazit

Ich halte keines der hier vorgestellten Modelle für zukunftsweisend, allerdings sind viele gute Ideen enthalten. Auffallend ist, dass gewisse Splits gemacht werden, das erlaubt einen willkommenen Spielraum. Auch das Regelwerk (darauf bin ich bisher nicht eingegangen) hat definitiv noch Lücken und verhindert im Moment noch einige bessere Lösungsideen, genauso wie eine angemesse Ausbildung der Judges. Das sind Basispfeiler die eine (noch utopisches) Wettkampfsystem in Deutschland erlauben. Für die nächsten Jahre werden sich Übergangslösungen etablieren. Damit werden wir Fahrer nicht zufrieden sein, ich hoffe die Verantwortlichen der Verbände auch nicht, wir Fahrer (und Betroffene) werden meckern und schimpfen und das ist auch gut so, ob die Verbände darauf reagieren ist nicht gewiss.

Ein Lösung und auch eine vernünftige Übergangslösung kann jedenfalls nur erreicht werden, wenn die Verbände hier zusammenarbeiten und die Fahrer in den Vordergrund stellen und sich selbst bei der Findung einer Lösung heraushalten, da alle deutschen Einradfahrer einen Anspruch darauf haben und nicht nur die Fahrer, die in der eigenen Farbe angemalt werden. Vielleicht wird es möglich sein, auch schon während der Übergangslösung eine gemeinsame deutsche Meisterschaft zu haben? Ich wünsche es mir und alle Einradfahrer mit denen ich spreche auch, allen (mich eingeschlossen) stinkt diese Spaltung gewaltig. Sollte eine gemeinsame Lösung nicht zustande kommen, so sind alle an den Gesprächen beteiligten Personen schuld. Schuld deswegen, sich nicht genug angestrengt zu haben, miteinander zu arbeiten. Schuld deswegen, sich auch trotz der gegeben Vergangenheit sich nicht zu überwinden zusammen zu arbeiten. Und nein, die IUF ist nicht der Babysitter dafür.

In einer finalen Lösung, irgendwann in der Zukunft, sehe ich, dass die Wertungen von verschiedenen Wettkämpfen miteinander vergleichbar sind und das die Wertungen auch auf die erbrachten Leistungen der Fahrer zurück gehen. Das erfordert ein neues Judging-System und eine gute Ausbildung für die Judges. Daran arbeite ich seit Jahren die Hintergründe auf und mache damit weiter; gebe es auch an Andere weiter. Damit lassen sich ganz andere Lösungen für die Situation in Deutschland finden.

gossi

Probleme des Freestyle 2013

19.06.2013, 13:15 Uhr von Thomas Gossmann - 0 Kommentar(e)

Ich habe mir die aktuellen Probleme des Freestyle in 2013 angeschaut und untersucht. Dazu habe ich nach den Ursachen gesucht, die die Probleme hervorrufen und biete dazu Lösungen an:

(Der Vortrag wurde am Turnfest gehalten, allerdings nicht komplett. Hier sind die aufbereiteten Folien mit zusätzlichen Kommentaren)

Die Komponenten des Freestyle

10.06.2013, 13:09 Uhr von Thomas Gossmann - 0 Kommentar(e)

Als Trainer sollte man die trainierbaren Elemente seiner Sportart kennen. Deswegen hab ich die Leistungskomponenten des Freestyle herausgeschrieben. Jeder Freestyler sollte sie kennen.

Die Komponenten des Freestyle als Artikel im Trainingsbereich von einradfahren.de

oder die Folien:

04.06.2013, 17:50 Uhr von Thomas Gossmann - 0 Kommentar(e)

Ich bin ja schon gerne in der Halle um dort zu trainieren. Ich helfe auch gerne anderen im Training bei ihren Tricks (Cross-Over natürlich ausgenommen) und ich helfe auch gerne anderen Trainern ihre Fahrer zu trainieren. Letzteres ist allerdings zuweilen etwas kompliziert, da ich nicht überall sein kann. Dafür hab ich mir was einfallen lassen. Ich habe eine kleine App entwickelt, die genau dabei hilft. Die anderen Trainern hilft im Training ihren Fahrern bei den Tricks zu helfen. So als würde ich neben dran stehen und den Trainer die Tipps geben worauf sie achten sollen. Und geboren ward die Unicycle Skilltester App. Der kleine Einradtrainer für die Hosentasche.

Die App hilft den Trainern und Fahrern dabei auf die entscheidenen Bewegungsaktionen bei ihren Fahrern bzw. FreundInnen zu achten. Das wird in die App eingegeben und die liefert dann ein Feedback dazu. Darüber lassen sich

a) Bewegungsfehler finden
b) die Bewegungsqualität steigern

Das sind die Hauptfunktionen der App. Sie funktioniert auf den meisten neuen Smartphones, Tablets und natürlich am PC. Einmal geladen, kann man sie also bequem mit ins Training nehmen. So sieht die App aus:

Startseite Navigation Tests

1ft Test Ergebnis Feedback

Und das beste ist, sie ist kostenlos. Also gleich mal rumspielen und im nächsten Training ausprobieren.

» Zur Website der App

Die Neuerungen der Freestyle-Regeln 2013

02.06.2013, 15:08 Uhr von Thomas Gossmann - 0 Kommentar(e)

Das Rulebook-Committee von der IUF, dass die Einrad-Wettkampf-Regeln pflegt, hat seine Arbeit beendet. Nun wird das neue Regelwerk aus den genehmigten Anträgen erstellt. Das wird noch einige Zeit dauern, bis das Regelwerk zur Verfügung steht. Dennoch ist es ein guter Zeitpunkt einen Blick auf die Neuerungen für Freestyle zu werfen. Es gibt 5 große Veränderungen.

1. Feldbegrenzungen aufgehoben

Die wohl beste Neuerung. Kürfgeldbegrenzungen wurden aufgehoben. Als Fahrer orientieren wir uns nicht an den Linien und beenden unseren Trick nicht, wenn wir beim Training plötzlich über eine gelbe Linie gliden. Das einzige wovor wir stoppen sind physikalische Abgrenzungen: Wände, Matten, andere Personen oder Fahrer, etc. So verhält es sich nun auch mit dem neuen Kürfeld. TJA (Technical Judging Area) und PJA (Presentation Judging Area) fallen somit weg. Tricks und Artistik zählen überall. Fahrer können sich wieder voll und ganz auf ihre Tricks fokussieren und müssen nicht darauf achten, in einem künstlich geschaffenen Rahmen, ihre Tricks zu beenden und Abstiege zu riskieren.

Das Regelwerk sieht vor, dass eine Mindestfläche von 28x15m (Basketballfeld) zur Verfügung steht. Das entspricht einem Drittel einer Dreifelderhalle. Somit ist sowohl für den Fahrer sichergestellt, dass er diese Mindestfläche im Wettkampf zur Verfügung hat und gleichzeitig hat auch der Ausrichter eine Richtlinie, die er einhalten muss. Es gilt aber, dass der Ausrichter mehr Platz (wenn vorhanden) zur Verfügung stellen soll und die Ausmaße der effektiven Fahrfläche in der Ausschreibung bekannt gibt.

2. Requisiten vs. Dekoration

Im Zuge der immer größer werdenden Fremdeinwirkung durch überdimensionalen Kulissenbau in Küren (besonders auf BDR-Wettkämpfen), wurden die Regeln verschärft um den Fokus wieder auf die sportliche Leistung der Athleten zu schieben. Folglich wurden die bisherigen Requisiten in Requisiten und Dekoration getrennt.

Requisiten

Unter Requisit wird das verstanden, womit der Fahrer eine technische Fähigkeit demonstriert. Damit wurde wieder auf die ursprüngliche Idee von Requisiten angeknüpft. Gemeint sind hiermit zum Beispiel die Handgeräte aus der Rhythmischen Sportgymanstik wie Ball, Reifen, Band oder Keule, usw. aber auch andere Gegenstände wie z.B. Regenschirm oder Fächer, solange der Fahrer damit eine technische Fähigkeit demonstriert. Es bleibt weiterhin dabei, dass der Requisiteneinsatz positiv bewertet wird.

Dekoration

Unter Dekoration sind alle Gegenstände zu verstehen die neben Fahrer und seinem Einrad noch auf dem Kürfeld erscheinen, mit denen der Fahrer aber keine technische Fähigkeit demonstriert. Zum Beispiel Kulissen, kleinere Utensilien, andere (tanzende) Personen. Sollte der Fahrer nicht imstande sein, sein Kür ordentlich zu kommunizieren, so können Dekorationen als zusätzliches Kommunikationsmittel genutzt werden. Eine positive Zusatzbewertung, wie etwa für Requisiten gibt es für Dekorationen nicht. Fahrer und Jury sollten sich aber die Frage stellen, ob der Einsatz dieser Dekoration wirklich notwendig war oder ob es auch ohne funktioniert hätte. Lautet die Antwort nein, so gibt es Abzüge durch die Jury.

Eine Sonderregel für die Unicon: Hier dürfen nur Dekorationen auf dem Kürfeld auftauchen, die der Fahrer beim einmaligen Betreten auf die Fahrfläche tragen kann. Diese Regelung fördert die Fairness, da Teilnehmer die mit Flugzeug anreisen andere Transportmöglichkeiten haben als Teilnehmer, die mit dem Auto anreisen.

3. Groß- und Kleingruppen

Ein schon etwas länger erprobtes Modell für Gruppenküren ist die Aufteilung anhand der Gruppengröße. Deswegen gibt es jetzt Groß- und Kleingruppen:

Kleingruppe: 3-8 Fahrer
Großgruppe: > 8 Fahrer

Jeder darf Groß- UND Kleingruppe starten.

4. Minimum Judges pro Verein

Große Vereine sollen viele Judges stellen, kleine Vereine ein bisschen weniger. Der Grund hierfür ist es, für einen Wettkampf genügend Judges zur Verfügung zu haben, um Streichwertungen zu ermöglichen, die ein faireres Wettkampfergebnis produzieren. Dafür gibt es eine Tabelle, in der das nachzulesen ist:

Anzahl der Teilnehmer Judges
5-10
10-20
20-30
> 30
2
3
4
5

Kann ein Verein sein Pensum nicht stellen (z.B. wenn der Verein das erste Mal teilnimmt), so ist dem Chief Judge zu verhandeln (Z.b. ein großer Verein übernimmt das Pensum).

Anmerkung: Die IUF hat vor ihr Ausbildungsprogramm noch in diesem Jahr zu starten. Das Ziel auf lange Sicht ist es natürlich, IUF Zertifizierte Judges auszubilden.

5. Keine Interpretation mehr im Technikbereich

Die Wertungen im Freestyle teilen sich auf in Technik und Präsentation. Jeder Bereich wird durch 4 Kategorien bewertet, das insgesamt jeweils 50 Punkte ergibt. Aus den Punkten erstellt dann jeder Judge seine Reihenfolge, mit der dann die finale Platzierung ausgemacht wird. Im Technikbereich sind das die vier Kategorien:

  1. Anzahl von Tricks und Übergängen
  2. Mastery und Qualität der Ausführung
  3. Schwierigkeit und Dauer
  4. Interpretation

Der 4. Punkt Interpretation fällt weg. An der Bedeutung der anderen Kategorien ändert das nichts, da ein Judge ohnehin nur eine Reihenfolge abgibt.

 

gossi

Feedback zu den BDR Talentwettbewerben

31.05.2013, 18:02 Uhr von Thomas Gossmann - 0 Kommentar(e)

Am Turnfest hatte ich die Möglichkeit die vom BDR für den Breitensport entwickelten Talentwettbewerbe zu sehen und sie in Interaktion auch mit Einrad-Neulingen zu erleben. Im Prinzip sowas wie Skill-Levels, jedoch mit pädagogischem Hintergrund. Sie schalten sich schon eine Stufe vor den Skill-Levels ein besitzen aber auch überschneidende Inhalte. Der Zweck der Talentwettbewerbe soll jedoch den Einstieg in das Kürfahren darstellen. Die Talentwettbewerbe gliedern sich dabei in die Einrad-Olympiade (quasi die erste Stufe) gefolgt vom Talentwettbewerb 1 und 2. Nach BDR sollen diese Wettbewerbe an einem Tag in zelebrierter (?) Umgebung stattfinden, also nicht in der Trainings-Umbegung. Die Bögen der Talentwettbewerbe am Turnfest waren bereits ausgedruckt, auf der BDR Seite stehen Sie mit dem Muster Wasserzeichen bereit. Die Einsatzbereitschaft und Reifestatus ist also noch nicht ganz klar. Ich hatte Maren Schindeler-Grove am Turnfest Feedback dafür versprochen. Hier ist es. Wie üblich von mir öffentlich, für alle nachlesbar, ich wünsche mir Nachahmer.

Allgemein

Im Gegensatz zu den Skill-Levels, die im ersten Satz direkt ihren Zweck erklären, fehlt diese Einleitung gänzlich. Die Heranführung zur Vorbereitung auf das Küren fahren hatte ich nur mündlich erhalten.

Olympiade (gelb)

Finde ich eine ganz lustige Idee. Hatte ich 2005 auf der Einradköste erstmalig im großen Stil gesehen. Allerdings fehlt mir da ein bisschen der erklärende Hintergrund. Aus sportfachlicher Sicht handelt es sich dabei natürlich um koordinatives Variationstraining und ist auch von sportwissenschaftlicher Seite wärmstens empfohlen, egal für welche Könnensstufe. Worüber ich mich dabei ein wenig Sorge, dass Vereine bereits vorab genau diese Variationen aus dem Olympiade-Bogen trainieren, damit ihre Fahrer bei dem zelebrierten Ereignis gut abschneiden. Das würde die Idee des koordinativen Variationstrainings leider ad acta legen.

Talentwettbewerbe

Zu beiden Talentwettbewerben ist anzumerken, dass nur der ganze Trick betrachtet wird und ob der Fahrer oben bleibt, das „wie?“ der Bewegungsausführung, also das eigentlich interessante, wird völlig vernachlässigt und unter den Tisch gekehrt. Genau dort schleichen sich die ersten Bewegungsfehler ein, die nur von den wenigsten Trainern korrigiert werden. Selbst bei Topfahrern sieht man diese Fehler heute noch, die sich dort wiederum massiv auf die Bewegungsqualität auswirken. Hier wird die stumpfe und längst überholte Methode aus den Skill-Levels von `98 fortgesetzt. Das ist aber nur als vorsätzlicher Betrug an den Fahrern zu bewerten und ich habe dafür absolut kein Verständnis. Ich gehe jetzt für die einzelnen Talentwettbewerben auf die einzelnen Tricks dazu ein.

Talentwettbewerb 1 (rot)

Referenzblatt

Station 1:

  •  „Entlang einer Linie“. Das wiederholt sich in mehreren Tricks. Warum? Linie bedeutet der Fahrer senkt den Kopf um sich selbst das visuelle Feedback einzuholen, hier „richtig“ zu fahren. Dabei soll ja auch der Kopf horizontal sitzen und den Blick nach vorne behalten. Zuerst den Fahrern erlauben auf den Boden zu starren und später dann im Kürtraining vom Fahrer zu verlangen er soll hochschauen, während man die (3-4) Jahre zuvor die Automatismusausprägung zum gesenkten Kopf zugelassen hat?
    Der Hintergrund hierfür ist aber sicherlich, dass der Fahrer dabei keine allzugroßen Schlenker oder gar Riesenslalom fährt. Dennoch ruft diese Instruktion wohl eher die eben genannte Reaktion hervor. Wenn ohnehin zwei Kästen genutzt werden müssen, dann ist die Instruktion mit „Fahr von dem einen zum anderen Kasten“ doch wahrscheinlich völlig ausreichend.
  • 6) Der geschummelte Flieger, fällt natürlich in das koordinative Variationstraining und somit in die Olympiade. Warum der Flieger? Weil früher jemand darauf gekommen ist „stomach on seat“ zu fahren? „Weil wir das schon immer so machen?“ Wenn also damals jemand „face on seat“ gefahren wäre, würde dann heute statt dem geschummelten Flieger stehen, dass der Fahrer sein Gesicht auf den Sattel drücken muss?
  • 7) Hand an der Sattelstange. Zählt auch zum koordinativen Variationstraining und somit in die Olympiade.
  • 8 und 9) Kreis fahren. Beide Richtungen finde ich gut. Nur das Problem mit der Linie, siehe oben. Bei falscher Ausführung der Kreisfahrt schleichen sich die ersten Bewegungsfehler ein (und verhindern u.a. alle folgenden Tricks im Kreis, insbesondere natürlich den Spin). Rudern die Arme? Ist der Oberkörper verwringt? Die Hüfte rotiert? Alles Bewegungsfehler gegenüber der Hüfttranslation, die auch ein sauberes und unbeschadetes Weiterlernen ermöglicht. Die aufgezeigten Fehler erfordern nur ein unnötiges Umlernen. Warum also nicht gleich richtig lernen? Aber hier wird jede gezeigte Ausführung sogar belohnt.
  • 10) 1ft ext? Ernsthaft? Selbst ich tue mir dabei zuweilen schwer (mehr weil ich den Trick nie brauche und deshalb nie fahre) aber dann soll ein 'blutiger' Anfänger sich direkt damit rumschlagen? Da ist der 180 Unispin einfacher (den bringe ich Jungs im Skatepark, die noch nie Einrad gefahren sind innerhalb von 5 minuten bei). Ok, das war jetzt ein wenig übertrieben in Bezug auf den Talentwettbewerb (aber auch nicht falsch).
    Also ich denke schon, damit ist das Einbein fahren gemeint. Aber was ist mit Wheel-Walk oder Rodeo? Das sind für den Freestyler die ersten Tricks, je nach Lerntyp sucht er sich aus, mit welchem von den Tricks er damit anfängt. Ok, Rodeo taucht im Talentwettbewerb 2 später nochmal auf, kann man sich überlegen, die drei 'ersten' Freestyle Tricks in den Talentwettbewerb zu verschieben. Aber Wheel-Walk kommt garnicht mehr.

Station 2:

  • IUF Slalom in entschärfter Version ist super, solange hier nicht die Zeit sondern das Erreichen des Ziels das Ziel ist. Wobei sich mir der Sinn in Bezug auf das Kürfahren nicht erschließt.

Station 3:

  • 10m auf einer Bahn mit 30cm Abstand. Ist so ziemlich der dümmste Test, der es in die damaligen Skill-Levels geschafft hat und auch für den Talentwetbewerb übernommen wurde. Es handelt sich hierbei um normales Fahren. Hier werden die Fahrer nur wieder darin geschult, den Blick nach unten zu senken, um über das visuelle Feedback die "korrekte" Ausführung während der Fahrt zu überprüfen. Für den Rest siehe oben.

Station 4:

  • Die Talentwettbewerbe fokussieren bisher die Freestylespezifische Technik und damit die koordinativen Fähigkeiten jeder Fahrer. Nun schleicht sich mit dem 50m schnell fahren die konditionell-koordinative Fähigkeit Schnelligkeit ein. Eine Ausprägung dieser Fähigkeit würde also eher in ein Renntraining passen, bei dem auch mit den geeigneten Trainingsmethoden angewandt werden (sollten). Einzig der koordinative Anteil würde eine Eingliederung in die Talentwettbewerbe rechtfertigen. Das ist aber im Vergleich zu den anderen getesteten Techniken bezuglos. Die 50m schnell im Talentwettbewerb sind hier deplatziert.

Talentwettbewerb 2 (grün)

Refrenzblatt

Station 1:

  • Die Tricks hier sollen in verschiedenen Raumwegen ausgeführt werden, das macht Sinn. Es werden auch einige Vorschläge gemacht. Das ist gut, es sollte aber bei Vorschlägen bleiben und keine Verbindlichkeit sein, diese zu nutzen (ist nicht ganz klar, was gemeint ist).
  • 2) Rückwärtsfahren: Das war doch schon in Stufe 1, warum jetzt nochmal? Weil davor der Kasten als Start diente und jetzt der freie Aufstieg? Die Ausgangslage für das Rückwärtsfahren an sich ist völlig irrelevant, daher macht diese Redundanz wenig Sinn.
  • 3) Fahren mit Hand/Händen an der Sattelstange: Zählt auch zum koordinativen Variationstraining und somit in die Olympiade. Das gab es auch schon in Stufe 1, warum schon wieder nochmal?
  • 4) Beliebiges Pendeln. Evtl. ist ja hier schon 1ft Idling mit dabei, weil der ein oder andere über zuerst einbeiniges Pendeln und dann das Einbeinfahren gelernt hat. Für die meisten anderen sollte hier das Pendeln mit dem linken oder rechten Fuß gemeint sein. Beides gab es auch schon in Stufe 1.
  • 5) Spin: Mein absoluter Lieblingsfehltritt. In Deutschland kenn ich genau eine Person (Christine Sutschek) die einen ordentlichen Spin fährt. Für die meisten anderen gilt das Prädikat genügend bis passabel und ein geringer Anteil schickt sich an, den Spin gut zu fahren. Nun soll also jemand, der hier womöglich sogar in Stufe 1 eine falsche Kurvenfahrt belohnt bekommen hat einen Spin zaubern? In Japan nachgefragt, die Meister der Spins, dort setzen sie als Trainingszeit für einen Spin 2 Jahre an (japanische 2 Trainingsjahre = Jeden Tag 2h Training). Das entzieht sich vollkommen jeglicher Logik, hier einen Spin zu fordern. Der Spin ist nunmal einer der Tricks der mit zur schwereren Sorte gehört und nicht nur "ein bissjen engen Kreis fahren" ist. Apropro eine "enger" Kreis wäre hierfür allerdings super. Bei der Neuentwicklung der Skill-Levels haben wir mit engen Kreis einen Kreis mit maximalen Durchmesser des Basketballkreises genommen (um die 3m Durchmesser), da er in vielen Hallen bereits auf dem Boden ist.
  • 6) 3x Hüpfen vs. 5x Hüpfen: Gibt es dazu einen Testreihe, die besagt, dass hierzwischen ein signifikanter Unterschied besteht im Bezug auf den Lernfortschritt? Wenn ja, wer kann denn nur 3x hüpfen aber nicht 5x - und kann man bei nur 3x hüpfen schon davon sprechen, dass der Fahrer gehüpft ist, statt im Umfallen noch 3x zu dotzen?
  • 7) Die Acht ist doch ohnehin schon durch die Kreise in beide Richtungen aus Stufe 1 'abgehakt'. Dann macht es wiederum Sinn in Stufe 1 den Kreis nur in eine Richtung (egal welche, Schokoladenseite des Fahrers) zu verlangen.
  • 8) Der geschummelte Flieger, schon wieder? Der war doch auch schon in Stufe 1.
  • 9) Einbein Fahren, ja war doch auch schon in Stufe 1 - sogar extended.
  • 10) Pelikan/Flieger: Hat hier nichts verloren, Rodeo ist ausreichend und kommt ja dann auch in (11). Flieger ist fürs Training, Rodeo für einen solchen Test.

Station 2:

  • Nochmal der Slalom, wohl aber etwas verschärft. Der unterschiedliche Aufbau wird aber aus den Erklärungen nicht ganz schlüssig. Hier wird anscheinend nur an der Slalom-Hütchen-Reihe modifiziert. Da macht es durchaus Sinn, über dedizierte Einzeltests zu überlegen. Je atomarer, desto klarer die geprüfte Fähigkeit. Wenn es eh nur um die Slalom-Hütchen-Reihe geht, warum dann noch der Rest vom IUF Slalom?

Station 3:

  • 10m in einer Linie mit 10cm Abstand fahren. Fortsetzung aus dem Test in Stufe 1. Nun, diesmal ist es sogar legitim nach unten zu schauen, denn die überprüfte Fähigkeit ist natürlich das railen. Also, eine klassische Trial-Technik. Warum eine Trialtechnik für Freestyler? Trialer fahren ja auch keine Spins oben auf dem Palettenstapel. Üblich ist hier das Training auf der Bordsteinkante. Für den Versuchsaufbau sollte also eher eine Bank in der Halle umgedreht werden und der Fahrer fährt darüber (Für den Test in Stufe 1, sollte er natürlich auch auf einer Bank fahren, nur sollte diese nicht umgedreht sein). Damit würde dann nämlich auch die korrekte Fähigkeit abgefragt werden und die Feldsituation würde mit der Bank nachgestellt.

Station 4:

  • Siehe Feedback von oben.

Entwicklungsprozess

Ich hatte bei IUF das Committee zur Neuentwicklung der Skill-Levels geleitet (Es ist zwischenzeitlich pausiert, bis die nötigen Ausbildungsbereiche bei der IUF ihre Arbeit aufnehmen). Der Prozess war völlig offen, Diskussionen im Forum bei denen jeder die Entscheidungen nachlesen kann. Das wichtigste aber, war es Feedback einzuholen, das Feedback mit Tests in den Hallen zu testen und mit Sicherheit Entscheidungen zu treffen. Insgesamt waren es 6 Iterationen, ehe die finalen Inhalte fertig waren. Das Feedback war großartig und prägten die Skill-Levels immer genauer aus. Parallel dazu wurden sogar Publikationen erstellt, die das Einradfahren in seiner Skill Struktur erstmalig beschreiben und ordnen und damit auch den wissenschaftlichen Rückhalt der Skill-Levels stemmen. Meine Erfahrungen dazu habe ich an der Unicon in einem Workshop geteilt (Folien, Youtube Video).

Ich kann mir nur wünschen, dass der BDR hier ebenso verfährt. Die Entwicklung kann und soll auch gerne vom BDR betrieben werden, solange sie öffentlich ist und auch Feedback mit verarbeitet wird.
Wurden hier parallel auch noch an Hintergrundwissen geforscht? Gibt es dort auch noch Publikationen? Die oben genannten Publikationen wurden wohl von Seiten der Ersteller der Talentwettbewerbe nicht integriert, sonst sähen sie anders aus.
Gibt es schon Erfahrungsberichte? Ich habe einiges gelernt bei der Entwicklung der Skill-Levels (siehe Video), beim BDR ist man sicher aber auch zu Erkentnissen gekommen, auf die die Welt nur wartet sie zu erfahren. Es ist unglaublich wichtige solches Wissen zu verbreiten, damit sich der Einradsport schneller entwickelt.

Von einem fertigen System kann man hier jedenfalls noch nicht sprechen, bestenfalls von einem Entwurf. Der hier noch ungenaue Reifegrad des Talentwettbewerbs lässt hier allerdings nur Spekulationen zu, derer es nicht wehrt sind hier gestellt zu werden. Eine klare Anweisung vom BDR ist hier mehr als wünschenswert. Am besten mit einer Einladung zum mitmachen.

Training vs. Talentwettbewerb

Eine der immer wieder auftretenden Fragen bei der Entwicklung der Skill-Levels war: "Ist dieser Trick wirklich für die Skill-Levels und markiert einen signifikanten Test?" oder ist der Trick doch eher nur fürs Training geeignet. Die Frage ist hier auch zu stellen. Ich habe in meinem Feedback darauf hingewiesen, dass einige der Tests sich hier eher als geniale Trainingsmethoden eignen statt als Test für den Talentwettbewerb. In der nächsten Iteration sollte diese Frage als auch zu jedem Test gestellt werden.

Sekundärliteratur

Die Talentwettbewerbe mit ihren Tests sind die eine Sache. Auf der anderen Seite ist das Training. Trainingsmethoden entsprechen im seltensten Fall der Durchführung der Zielbewegungen. Alsdann sollte es dann natürlich auch Literatur für Trainer geben, wie das Training zu gestalten ist, damit es - wie im angesprochenen Fall des koordinativen Variationstrainings - auch seinen Effekt erzielt. Begründungen und einige mögliche Trainingsmethoden (Wie funktionieren sie? Welchen Zweck haben sie) nennen, sollte hier vielen helfen.

Zusammenfassung

Die Idee, mit einem System Fahrer zum Kürfahren heranzuführen finde ich sehr gut. Einige Ansätze in dem vom BDR entwickelten Talentwettbewerb sind auch sehr gut dafür geeignet, insbesondere die Olympiade. Nach meinem Feedback bin ich mir allerdings nicht mehr so sicher, ob das auch wirklich der Zweck des Ganzen ist, oder ob es eine Auswahl (nach welchen Kriterien auch immer) von bekannten Tests ist um Einradfahrer im Breitensport Fuß fassen zu lassen (unter welcher Rubrik es beim BDR auch auf der Homepage läuft).

Meckern muss ich dennoch, insbesondere dass das "wie" der Bewegungsausführung bei der Testkontrolle ausbleibt ist Betrug am Fahrer und ist auch der gravierendste Fehler an diesem System, sowie die angesprochenen anderen Kritikpunkte. Insbesondere an den vielen Redundanzen sollte gefeilt werden (Aktuell können mit einem Test beide Stufen erledigt werden, dann braucht es auch keine zwei). Von fertig kann man hier jedenfalls noch nicht sprechen. Bestenfalls von einem ersten Entwurf, indem gutes Potential schlummert. Der Zweck und das Einsatzgebiet sind noch unscharf, es sieht im Moment eher nach einer eierlegenden Wollmilchsau in der Identitätskrise aus.

Ich hoffe der BDR nimmt sich hier die guten Gedanken heraus und ruft insbesondere zur öffentlichen Entwicklung auf.

gossi

Neuer Freestyle Wettkampf: X-Style

18.04.2013, 20:03 Uhr von Thomas Gossmann - 0 Kommentar(e)

X-Style

Got a cool Trick? Show it!

Felix und gossi entwickeln einen neuen Wettkampf für Freestyler. Hier zählen die gestandenen Tricks, nicht die Abstiege oder Präsentation. Das bietet Raum für neue, unfertige, risikoreiche und unsichere Tricks, die einfach noch zu frisch für den Freestyle Wettkampf sind. Andere Fahrer sollen davon inspiriert werden. Diese neue Disziplin ermöglicht es endlich die Tricks, die am meisten Spaß machen, in einem Wettkampf zu zeigen.

Neue Tricks? Alte Tricks in neuen Versionen? Zeigt ausgefallene Tricks in neuen Kombinationen oder auf hohem Niveau. Nicht das Wheel-Hopping, das eh schon jeder kennt, sondern das Wheel-Hopping, bei dem die Arme den Reifen und die Füße den Sattel halten. Das Publikum will überrascht werden und auch 2 Stunden nach dem Wettkampf noch immer staunen.

Jeder Fahrer hat für seinen Run 2 Minuten Zeit. Es zählen nur gestandene Tricks, Abstiege und Fehler werden ignoriert. Jeder Teilnehmer ist zugleich Fahrer und Judge.

Der Wettkampf ist noch in Entwicklung und wir brauchen noch viele, gute Ideen.

X-Style an Wettkämpfen

Wir freuen uns jetzt verkünden zu können, dass wir X-Style an 2 großen Freestyle Wettkämpfen im Mai testen werden. Zuerst an der Eurocycle (9. - 12. Mai) und findet zur Prime Time am Sa, 11.5. zwischen 17.30 und 20.00 statt. Eine Woche später am Turnfest (18. - 25. Mai) findet X-Style am So, 19.5. um 19.30 statt. Schon jetzt könnt ihr mit uns wilde Diskussionen führen und euch am besten gleich für den Wettkampf anmelden. Es wird auf jeden Fall eine Menge Spaß. Schreibt uns zur besseren Planung eine Email, an welchem Wettkampf ihr X-Style fahren wollt, an: gossi@einradfahren.de

Ihr wollt X-Style selbst ausprobieren?

Im eigenen Verein, auf dem nächsten Einradtag, Freestyle Treffen oder auf dem nächsten Wettkampf? Schreibt den Verantwortlichen eine Email, dass ihr das gerne dort ausprobieren wollt oder organisiert es selbst, es ist kinderleicht. Dafür haben wir alles schon vorbereitet. In der IUF Cloud gibt es dazu alle nötigen Dokumente.

Felix & gossi

Smiling Faces Unicycling Artists

28.02.2013, 20:54 Uhr von Thomas Gossmann - 0 Kommentar(e)

Ein Freestyle Video. Viel Spaß beim anschauen.

gossi

28.01.2013, 23:12 Uhr von Marco Schmidt - 0 Kommentar(e)

Ich suche zwischen 5 und 10 Fahrern für den Munikader der Solidarität Deutschland!

Gesucht sind möglichst gute Fahrer aller Altersklassen.

Wir bieten:

  • Trainingslager mit erfahrenen Trainern
  • Unterstützung bei Wettkämpfen und in der Wettkampfvorbereitung

Ziele der Trainingslager:

  • Richtige Linienwahl auf der Strecke
  • Verbesserung der Fahrtechnik
  • Steigerung von Kondition und Koordination
  • Verbesserung der Selbsteinschätzung, Gefahrenvermeidung
  • Motivation

Auswahlkriterien der Fahrer:

  • Platzierungen der letzten Jahre
  • Bilder und Videos
  • GMTW

Die Kaderauswahl wird am GMTW (29. - 31.3. 2013) stattfinden. Die Fahrer werden nach dem Wochenende per Email über die Auswahl informiert.

Voraussetzungen:

  • Mindestalter 12 Jahre
  • 24 oder 26 Zoll Muni

Bewerbung mit:

  • kurze Beschreibung
  • Erfolge
  • Bilder, wenn möglich Video

an: marco@einrad-downhill.de

Bewerbungsende:

  • 17.03.2013

German Muni and Trial Weekend 2013

26.01.2013, 18:45 Uhr von Marco Schmidt - 0 Kommentar(e)

Das GMTW 2013 wird in Weißenburg in Bayern ausgerichtet und wie gewohnt am Osterwochenende (in diesem Jahr 28.03. - 31.03.) stattfinden. Der Trial-Wettkampf wird auf dem Marktplatz, nahe gelegen zur Übernachtungs-Turnhalle ausgeführt.

Der Downhill wird in Wettelsheim/Treuchtlingen ausgetragen, ca. 10 km von Weißenburg. Hänger für den Transport der Einräder sind organisiert. Die Messung erfolgt ähnlich dem Specialized Enduro Race. Es wird auf 3 drei Strecken jeweils die Downhill-Zeit gemessen. Die Läufe werden addiert und ergeben das Gesamt-Ergebnis.

Zeitplan:
Freitag: Anreise und Aufbau Trial
Samstag: Paletten Hoch- und Weitsprung und Trial
Sonntag: Downhill und Siegerehrung

Den genauen Zeitplan, Infos zu Teilnahmegebühr, Anfahrt und Anmeldung, und alles Weitere findet Ihr auf der Homepage: www.gmtw2013.de.

Bei Fragen, Meldungen und/oder Anregungen meldet Euch einfach per Email: info@gmtw2013.de .

Wir freuen uns auf ein richtig fettes Wochenende!

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